Gefühle lassen sich grob entlang zweier Achsen beschreiben: Valenz, also angenehm bis unangenehm, sowie Erregung, also ruhig bis aktiviert. Ergänzt durch eine Intensitätsskala entsteht ein handliches Raster für die tägliche Selbstbeobachtung. Diese Vereinfachung genügt oft, um Muster wie Montagsspannung, Mittagsmüdigkeit oder den freitäglichen Aufschwung zu erkennen. Wer möchte, ergänzt um Notizen zu Auslösern, wie soziale Kontakte, Licht, Bewegung oder Ernährung, und erhält damit deutliche Hinweise, welche Stellschrauben realistisch wirken.
Kurze Check ins funktionieren am besten. Drei Mal täglich eine Bewertung auf einer kleinen Skala, dazu zwei Stichworte zum Kontext, reichen vollkommen. Wer mag, nutzt die PANAS Liste, einfache Emoji Skalen oder persönliche Wortkarten. Wichtig ist Regelmäßigkeit, nicht Perfektion. Lücken sind normal und können später neutral markiert werden. Entscheidend bleibt, dass das Erfassen selbst freundlich bleibt, die Aufmerksamkeit schärft und keine zusätzliche Belastung erzeugt, damit echte, alltagsnahe Daten entstehen.
Persönliche Gefühlsverläufe sind sensibel. Bewahre Notizen dort auf, wo du dich sicher fühlst, und teile nur, was du teilen möchtest. Setze freundliche Grenzen, achte auf dein Tempo und erwarte keine lineare Verbesserung. Die Karte ist ein Werkzeug zur Orientierung, kein Urteil. Wenn Einträge häufiger belastend werden, suche Unterstützung, sprich mit vertrauten Menschen oder Fachstellen. Selbstfürsorge bedeutet auch, Pausen einzubauen, Erhebungen zu reduzieren und Stille zuzulassen, wenn sie gerade gut tut.